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01.04.2026

APRIL APRIL: Erstes Kulturhauptstadt-Projekt steht: Lindau und Bregenz planen Inselphilharmonie

Plan für grenzüberschreitendes Prestigeprojekt nimmt Gestalt an

Die Stadt Lindau und die Landeshauptstadt Bregenz wollen ihre Zusammenarbeit auf dem gemeinsamen Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt weiter vorantreiben. Im Mittelpunkt steht dabei ein Vorhaben, das nach dem entsprechenden Stadtratsbeschluss zur Interessensbekundung als erstes sichtbares Gemeinschaftsprojekt beider Städte entwickelt werden soll: die Inselphilharmonie (IPhi) auf der Lindauer Insel.

Die geplante Inselphilharmonie soll am Standort der heutigen Spielbank entstehen. Vorgesehen sind ein Philharmoniesaal mit hoher akustischer Qualität, zusätzliche Flächen für kleinere Konzert- und Veranstaltungsformate sowie eine öffentlich zugängliche Gastronomie. Die Spielbank selbst soll in das Gesamtkonzept integriert werden. Ziel ist ein offenes Haus, das Konzertbetrieb, Aufenthalt, Gastronomie und Abendveranstaltungen an einem zentralen Ort auf der Insel zusammenführt.

Das architektonische Konzept sieht einen transparenten Baukörper vor, in dem frei hängend ein Konzertsaal als „Bubble“ schwebend vor See- und Alpenpanorama eine Sinfonie aus Umgebung und Architektur inszeniert. Unter dem schwebenden Saal wird das Große Spiel der neuen Spielbank als ebenfalls schwebende Plattform angeordnet. Sämtliche Funktions- und Technikbereiche werden subterran platziert, so dass der skulptural transparente Charakter maximal zur Geltung kommen kann.

Das Gebäude wird keine Heizung und tagsüber keinerlei künstliche Beleuchtung benötigen. Die Energie wird über innovative „Glastubes“ erfolgen, die neben dem Tageslicht auch Wärmeenergie aus dem Sonnenlicht ins Gebäude transferieren. Es handelt sich hierbei um eine Eigenentwicklung des städtischen Bauamts, die von der Funktion des Eisbärenfells inspiriert ist. Die Tubes spannen frei im Baukörper und sorgen für gezielten Energie- und Lichttransport. Auch in Vollmondnächten reicht das aufgefangene Licht zur Versorgung aus.

Die notwendige Energie im Winter wird durch ein Seewasserkraftwerkt bereitgestellt, an das später auch die gesamte Insel angeschlossen werden kann. Das Bauamt erwartet eine großzügige Förderung aus Brüssel, so dass der städtische Eigenenteil an der Finanzierung gering ausfallen dürfte. Vorgestellt werden die Pläne in der Stadtratssitzung am Dienstag, 28. April.

Zusätzlich wird eine direkte Seilbahnverbindung über den See hinweg zwischen Lindau und Bregenz geprüft. Als Vorbild dient die Rheinseilbahn in Köln. Sie überquert den Rhein und verbindet die Stadtteile Riehl und Deutz miteinander.  Eine Bodenseeseilbahn würde nicht nur die Erreichbarkeit zwischen beiden Städten verbessern, sondern zugleich ein sichtbares Zeichen für einen Kulturraum ohne Grenzen und weniger Emissionen setzen. Nach Einschätzung der Verwaltung könnte damit eine neue Achse entstehen, die Veranstaltungsorte, touristische Angebote und öffentliche Räume beider Städte in einen engen funktionalen Zusammenhang bringt. Aktuell finden dazu erste Gespräche mit einem bekannten österreichischen Seilbahn-Hersteller statt.

Kontakt

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Bettina Wind
Bregenzer Straße 6
88131 Lindau (B)

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