Vergessene Geschichten und faszinierende Fassadenmalereien
Vergessene Geschichten und faszinierende Fassadenmalereien: Die Stadtführungen „Lindau für Lindauer“ sind zurück und entführen ihre Gäste in längst vergangene Zeiten. Im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf die Beine gestellt, wurden die Führungen schnell zu einem Highlight für Lindauerinnen und Lindauer. Auch in diesem Jahr bietet das städtische Bauamt wieder vielseitige Stadtführungen über die Insel an – monatlich, von September bis März des nächsten Jahres. Das Ziel: Die Heimat wieder mit neuen Augen zu betrachten und den Blick für das Besondere zu schärfen. Die Gäste der monatlich stattfindenden Führungen sollen aber auch für aktuelle bauliche Themen sensibilisiert werden. Tickets können ab sofort erworben werden.
Vielseitige Führungen
Los geht’s am 19. September mit der Führung „Fassadenmalereien auf der Insel“. Hierbei werden nicht nur die bekannten Kunstwerke am Alten Rathaus und am Cavazzen genauer betrachtet, denn auf der Insel gibt es noch viel mehr zu sehen. Warum zielt ein Schütze am Marktplatz auf die Menschen, die ihn betrachten? Und welche gemalte Flagge prangt da am Bismarckplatz? Diesen und weiteren Fragen gehen Iris Möller, Leiterin der Abteilung Stadtplanung der Stadt Lindau, und Stadtführerin Kirstin Azouz auf den Grund. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Cavazzen.
Im Kern der Insel stehen die Häuser dicht an dicht. Warum das so ist und welche Rolle Arkaden, Erker, „krumme“ Gassen, Aufzugsgauben und Brunnen dabei spielen, erklärt Azouz zusammen mit Eugen Baumann, ehemaliger Leiter der Abteilung Stadtplanung, im Rahmen der Führung „Die Insel Lindau und ihre Stadtbaukunst“. Außerdem erläutern die beiden Stadtführer, was der Insel in Sachen Klimawandel einen deutlichen Vorteil verschafft. Die Führung wird zweimal angeboten: am Donnerstag, 9., und Donnerstag, 23. Oktober. Startpunkt ist am Neptunbrunnen am Marktplatz. Die Führungen starten jeweils um 16 Uhr.
Einen Blick auf die vergangenen Jahrhunderte werfen Gästeführerin Gertrud Meßmer und Lindaus Stadtbaumeister Kay Koschka mit ihrer Führung „Die Hintere Insel im Wandel der Zeit“. Die „Hintere“ hat sich schnell entwickelt. Eben noch landwirtschaftliche Zone mit Befestigungsbauwerken, nimmt sie mit der Industrialisierung alles auf, was Platz braucht: Bahnhof, Brauerei, Kaserne, Lagergebäude, Parkplätze. Doch wird die aktuelle Verwandlung zu einem Wohnort am See mit Park weiter gelingen? Gelegenheit, diese Frage weiter zu diskutieren, haben die Lindauerinnen und Lindauer an den Donnerstagen des 6. und 20. November, ab 16 Uhr. Treffpunkt ist am Looserturm (Thierschbrücke).
Natürlich darf auch das Alte Rathaus im Programm nicht fehlen. Schon die Fassadenmalereien auf den beiden Giebelseiten fordern auf, einmal genauer hinzuschauen. In der Vorhalle hängen unzählige Porträts – Frauen sind aber nicht darunter. Warum das so ist und weshalb man zu Sitzungen im großen Saal lieber nicht zu spät kommen sollte, erzählen Gertrud Meßmer und Stadtarchivar Heiner Stauder in ihrer Führung am Donnerstag, 4. Dezember. Los geht’s um 16 Uhr am Bismarckplatz 4. Ein Blick unter das Dach und aus den Fenstern auf den Reichsplatz bietet neue Perspektiven.
Um die „Entwicklung des Hafens Lindau“ geht es in der Führung von Barbara Schwärzler, Stadtführerin der LTK, Kay Koschka und Heiner Stauder. Das Postkartenmotiv des Lindauer Hafens ist landesweit bekannt. Bei der Führung wird aufgezeigt, wie sich der Hafen von einem logistischen Schwerpunkt und Handelsort zu seinem jetzigen Erscheinungsbild gewandelt hat. Spuren an der Römerschanze, der sogenannte Kapitänsfriedhof und andere Wunderlichkeiten werden beleuchtet. Außerdem bleibt Zeit zum gemeinsamen Austausch: Wie finden die Lindauerinnen und Lindauer den Anblick des nächtlichen Hafens, und soll dieser auch in Zeiten des Klimawandels so bleiben? Die Führungen finden an den Donnerstagen des 8. und 22. Januar statt. Los geht’s um 16 Uhr am Mangturm.
Einen Blick ins Innere der Peterskirche werfen die Teilnehmer gemeinsam mit Gästeführerin Ula Below und Barbara Reil, Leiterin des Cavazzen-Museums. Diese Führung ist auf Anregung der Stadtführerinnen im Programm. Denn: „Die Insel ohne St. Peter: geht gar nicht.“ Dabei bietet sich die Chance, Malereien mit religiösem Inhalt in einem Raum zu sehen, der nicht mehr sakral genutzt wird. Wie es dazu kam und welche Schwierigkeiten heute zu lösen sind, darüber sprechen Below und Reil in ihrer Führung am Donnerstag, 26. Februar, ab 16 Uhr, Oberer Schrannenplatz 5.
Die vorerst letzte Führung in der Reihe „Lindau für Lindauer“ findet am Donnerstag, 5., und Donnerstag, 19. März des kommenden Jahres statt. Gewidmet ist sie Therese von Bayern (1850–1925), einer Prinzessin, Wissenschaftlerin und Abenteurerin. Sie bereiste die Welt, sammelte Pflanzen und Tiere für Museen und setzte sich für Bildung und Forschung ein – ungewöhnlich für eine Frau ihrer Zeit. Auch Lindau besuchte sie mehrfach und schätzte die Stadt wegen ihrer schönen Lage und kulturellen Bedeutung. Los geht’s um 16 Uhr am Cavazzen. Begleitet werden die Führungsteilnehmenden von Barbara Reil und Barbara Schwärzler.
Hier gibt es die Tickets
Die Führungen dauern etwa eineinhalb bis zwei Stunden und finden bei jedem Wetter statt. Tickets können vorab online auf https://www.lindau.de/erlebnisse/ oder in der Tourist-Information ab sofort gekauft werden. Online sind aktuell sechs Führungen buchbar. Die Führung „Peterskirche“ soll in den kommenden Tagen freigeschaltet werden.
Tickets für Erwachsene kosten 10 Euro, für Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren 5 Euro und für unter 6-Jährige sind die Karten kostenlos. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.
Initiiert hat die Führungen das Bauamt in enger Zusammenarbeit mit den Stadtführerinnen sowie der Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK). Die Idee für die Stadtführungen stammt aus dem Inselentwicklungskonzept der Stadt Lindau.
