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23.06.2025

Urlaubsbekanntschaft mit weitreichenden Folgen

Deutschlandweit einzigartig: Lindaus Riesen-Lebensbaum wird zum Nationalerbe 

Stolze 30 Meter ist der Riesen-Lebensbaum hoch, der im Lindauer Toskanapark direkt vor der Stadtverwaltung steht. Die sogenannte „Thuja plicata“ ist Anfang Juni zum 46. Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgerufen worden. Bereits jetzt steht fest: Unter den lediglich 100 ausgezeichneten Nationalerbe-Bäumen wird sie einzigartig bleiben.

Verliehen wurde der Titel durch Prof. Dr. Andreas Roloff, Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Bäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, insgesamt 100 Nationalerbe-Bäume zu benennen. Die Voraussetzungen: Der Stamm der Bäume muss einen Umfang von mehr als 400 Zentimetern haben. Und: Die Bäume selbst sollten möglichst mehr als 400 Jahre alt werden können.

Eine glückliche Fügung

Dass die Thuja im Toskanapark nun in das Kataster der Nationalerbe-Bäume aufgenommen wurde, ist einem glücklichen Zufall zu verdanken. Denn selbst der Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Bäume hatte diese Baumart unter den möglichen Kandidaten „gar nicht auf dem Schirm gehabt“.

In einem Privaturlaub im März des vergangenen Jahres, sei er auf der Lindauer Insel morgens durch die Parks gelaufen. „Bei Sonnenaufgang stand ich plötzlich vor diesem Riesen-Lebensbaum und dachte mir: ‚Was ist denn hier los?‘“, erzählt Prof. Dr. Roloff.

Normalerweise fahre er gezielt zu den Bäumen, die als Kandidaten auf der Liste stehen. Dieser zufälligen „Urlaubsbekanntschaft“ ist es zu verdanken, dass sich Prof. Dr. Roloff mit Markus Steinbeißer, Leiter des Baumpflegeteams und Baumkontrolleur bei den Garten- und Tiefbaubetrieben Lindau (GTL), in Verbindung setzte und anbot, die Thuja im Toskanapark als Nationalerbe-Baum auszuzeichnen – falls Interesse bestehe. 

Die Auszeichnung ist auch eine Wertschätzung

Markus Steinbeißer ist noch immer überwältigt, und sagt: „Nationalerbe-Baum - ich muss gestehen, noch im Herbst habe ich nichts davon gehört oder gewusst“.  Im Frühjahr stand dann fest, dass die Thuja ausgezeichnet werden würde. „Für uns ist das eine Wertschätzung für den Baumbestand, den wir haben und natürlich auch für unsere Arbeit, die wir leisten“, sagt der Baumkontrolleur.

Wie gut die Arbeit des Baumpflegeteams tatsächlich ist, führte auch Prof. Dr. Roloff nochmal aus: „Wie sich Lindau für seine Parkanlagen und die Baumartenvielfalt einsetzt und wie sorgfältig Sie hier damit umgehen, ist wirklich beeindruckend“.

Über diese Wertschätzung freut sich auch Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons, und betont: „Wir sehen die Auszeichnung nicht nur als solche. Sie ist auch ein klarer Auftrag, dass wir uns weiterhin gut um unsere Bäume kümmern“.

Warum der Lindauer Baum einzigartig ist

Und sie ist auch unter den bisher ausgerufenen Nationalerbe-Bäumen in ganz Deutschland etwas ganz Besonderes. „Unter den 100 Bäumen, die den Titel verliehen bekommen, wird dieser hier der einzige Lebensbaum bleiben“, sagt Prof. Dr. Roloff. Der Grund: Die Deutsche Dendrologischen Gesellschaft wolle zeigen, dass diese Baumart ebenfalls zu jenen zählt, die besonders alt werden könne. Heimisch ist die „Thuja pilicata“ aber nicht. Im Gegensatz zu heimischen Linden, Eichen oder Eiben, stammt der Riesen-Lebensbaum aus den USA. Der älteste Baum dieser Art steht dort an der Westküste.

„Umso mehr habe ich mich gefreut, dass dieser Lebensbaum alles erfüllt, was wir so gerne haben wollen“, sagt Prof. Dr. Roloff. Mit einem Stammumfang von 5,80 Metern sei dieser nicht nur der fünftdickste Lebensbaum von Deutschland. Mit seinen 30 Metern habe er auch eine stolze Höhe erreicht.

Bereits seit etwa 150 Jahren wächst die Thuja im Toskanapark. Ihr Weg an den Bodensee aber bleibt geheimnisvoll. „Wie, warum und von wem sie hierhergebracht wurde, das konnten wir bisher nicht herausfinden“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. 

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Bettina Wind
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