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Friedrich von Thiersch

(* am 18. April 1852 in München; gestorben am 22. Dezember 1921)

- Schöpfer der Bemalung des Alten Rathauses und des Lindavia-Brunnens -

Im ausklingenden 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert ist der Name des Münchener Architekten Friedrich v. Thiersch untrennbar mit der Entwicklung Lindaus verbunden. Nicht nur die Thierschbrücke über die Gleisanlagen zur Hinteren Insel erinnern an ihn, sondern auch eine Reihe von Bauten und anderen Werken, durch die er sich in Lindau verewigte. Sei es die prachtvolle Rathausbemalung, der Entwurf für den Lindavia-Brunnen oder die neugotische Christuskirche in Aeschach. Er hatte mit Lindau nicht nur eine enge künstlerische Verbindung, sondern auch einen privaten Grund, da Thiersch, der im Frühjahr 1888 zum Ehrenbürger ernannt wurde, mit der Tochter des Lindauers Kommerzialrats Eduard Eibler verheiratet war.

Friedrich v. Thiersch machte bald eine glänzende Karriere. Im Oktober 1879 wurde ihm eine außerordentliche Professur an der Königlich Technischen Hochschule in München übertragen, drei Jahre später wurd er ordentlicher Professor und wirkte außerdem noch an der Akademie der bildenden Künste. Bald zählte er zu den herausragenden Repräsentanten des Münchner Kunst- und Kulturlebens. Den großen Durchbruch brachte das Jahr 1882, als ihm die Planung für das Reichstagsgebäude in Berlin übertragen wurde - Thiersch wurde schlagartig berühmt. Dennoch blieb er München treu.

Die enge Bindung zur Heimatstadt seiner Frau wurde immer wieder aufs Neue vertieft. So stammen die Pläne für das Abel-Grab im alten Aeschacher Friedhof, für die Gaststätten, „Rößle“ in Scheidegg und „Sonne“ in Biesings von dem großen Meister. Beteiligt war er zudem auch an der Umgestaltung des Lindauers Theaters und des Konzertsaales 1904/05.

Friedrich von Thiersch starb im Alter von 69 Jahren am 22. Dezember 1921.