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21.02.2024

Modellprojekt zu Lastenrad-Mietsystemen erfolgreich abgeschlossen
Positive Bilanz: Mehr Last auf dem Rad – weniger Last im Verkehr

Die Stadt Lindau ist eine von acht Kommunen, die seit 2020 mit Unterstützung des Bayerischen Verkehrsministeriums vollautomatische Lastenrad-Mietsysteme eingerichtet und ausprobiert haben. Heute hat in München die Abschlussveranstaltung mit Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter stattgefunden. Anwesend waren auch Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons und der Lindauer Mobilitätsmanager Jaime Valdés Valverde. Ihr Fazit:  Lastenräder haben das Potenzial, Autofahrten zu ersetzen.

Die Stadt Lindau war die erste Kommune, die im Rahmen des Modellprojektes „Mehr Last auf dem Rad – weniger Last im Verkehr“ Lastenräder auf die Straße gebracht hat. Möglich war das durch die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Lindau, die frühzeitig in das Projekt eingebunden waren und für eine schnelle Stromverlegung und damit für eine zügige Installation der Ladesäulen gesorgt haben. Im September 2022 gingen dann jeweils zwei Lastenfahrräder an insgesamt acht über das Stadtgebiet verteilte Stationen an den Start.

Nach rund eineinhalb Jahren ist die Bilanz positiv: „Wir sehen mit den Lastenrädern eine Chance, den motorisierten Individualverkehr auf die Lastenräder zu verlagern und damit unsere Straßen zu entlasten“, so Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. „Dabei setzen wir statt auf Einschränkungen und Verbote auf sogenannte ‚Pull-Faktoren‘, um neben dem eigenen Auto eine kostengünstige und flexible Art der Mobilität anbieten zu können.“ Gerade in Lindau, wo durch den Tourismus die Straßen im Sommer häufig verstopft seien, biete ein Lastenrad die ideale Möglichkeit für täglich Erledigungen wie einkaufen oder Kinder abholen, ohne lange im Stau zu stehen.

Lastenräder wurden mehr als 2000 Mal angemietet

Die Lindauerinnen und Lindauern nutzen die Lastenräder sehr gerne. Seit der Inbetriebnahme im September 2022 bis Ende 2023 wurden insgesamt 2.232 Mietvorgänge registriert, hiermit wurden 13.530 Kilometer zurückgelegt. Eine Umfrage der Stadt Lindau unter den Nutzerinnen und Nutzern ergab, dass sie bei 60 Prozent aller Fahrten mit dem Lastenrad eine Autofahrt ersetzt hätten. „Somit hat das Projekt ein wichtiges Ziel der Stadt, den innerörtlichen Verkehr zu entlasten, erfüllt“, erklärt Lindaus Mobilitätsmanager Jaime Valdés Valverde. „Schön zu sehen ist, dass die Räder auch für Transporte aller Art genutzt werden. Beispielsweise wurde auch schon ein Umzug auf der Insel mit einem Lastenrad bewerkstelligt. Auch als Traufahrzeuge wurde eines unserer Lasträder schon benutzt.“ Das etwa 20 Kilo schwere Lastenrad lässt sich dabei zusätzlich zum Fahrermit bis zu 70 Kilo beladen und kann dank seines leistungsstarken E-Motors mühelos gefahren werden.

Auch die anderen sieben, am Projekt beteiligten Kommunen Cadolzburg, Freising, Lechbruck, Marktredwitz, Passau und Würzburg haben positive Erfahrungen mit dem Lastenrad-Mietsystem gemacht. Je nach Kommune gaben zwischen 51 und 77 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer an, dass sie mit der Lastenrad-Fahrt eine Autofahrt ersetzt hätten. Allein im Zeitraum Januar bis September 2023 wurden in den sieben Kommunen mindestens 9.000 Autofahrten vermieden.

Heute haben die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen Urkunden von Verkehrsminister Christian Bernreiter entgegengenommen. In seiner Ansprache hob er den Nutzen und die Beliebtheit der Lastenräder hervor: „Ein vollautomatisches Lastenrad-System ist für die Bürgerinnen und Bürger sehr komfortabel: Sie sparen sich Anschaffungskosten und Platz, gleichzeitig sind die Räder einfach zu mieten, jederzeit und kurzfristig verfügbar. Das wussten auch die Nutzerinnen und Nutzer in unseren Pilotkommunen zu schätzen und haben die Lastenräder eifrig genutzt.“

Das Modellprojekt hat die Stärken, aber auch Herausforderungen von Lastenrad-Mietsystemen aufgezeigt. Herausforderungen gab es zum Beispiel hinsichtlich der Errichtung von Mietstationen in denkmalgeschützten Ortskernen und bei der Eindämmung von unsachgemäßem Gebrauch der Räder. Der Freistaat Bayern hat die Städte und Gemeinden mit insgesamt rund zwei Millionen Euro bei der Einrichtung ihrer Mietsysteme unterstützt.

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Bettina Wind
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